|
|
Fritz!Card DSL SL-Mini-Howto für Debian Woody
Seit einigen Wochen erfreue ich mich nun auch an einer DSL-Leitung.
Mein DSL-Internetprovider spendierte mir dazu eine Fritz!Card DSL SL-Karte,
die auf meinem Router installiert werden musste. Dieser läuft unter Debian Woody,
so dass ein wenig Handarbeit gefragt war. Um das ganze eventuell auch später
einmal nachzuvollziehen, ist dieses kleine Mini-Howto entstanden, vielleicht ist
es für den einen oder anderen auch ganz hilfreich.
- Zunächst habe ich einen neuen Kernel gebaut. Das ganze natürlich mit
make-kpkg & Co, damit das auch als DEB-Paket installiert
werden kann. Der Kernel sollte für ISDN, CAPI und PPP entsprechend konfiguriert
werden, nähere Informationen dazu findet man in der Dokumentation des
Kartentreibers (siehe nächster Punkt) bzw. auf den Seiten der anderen
Howtos (siehe unten).
- Anschließend habe ich die Kartentreiber fcdslsl-suse8.2-03.11.02.tar.gz heruntergeladen und entpackt.
In der
src.drv/defs.h musste ich die Deklaration in Zeile 85
auskommentieren, weil die von mir verwendete Kernelversion (2.4.26) das Symbol
schon selbst deklariert. In der src.drv/makefile habe ich die
Zeile mit KRNLINCL geändert auf
KRNLINCL = /usr/src/linux/include, weil dort die Includes zu meinem
selbstgebauten Kernel zu finden waren.
In der gleichen Datein sollte man bei den DEFINES
noch ein -DMODVERSIONS anfügen, bei den CCFLAGS
eine Zeile mit -include $(KRNLINCL)/linux/modversions.h.
Zusätzlich kann man bei den CCFLAGS auch noch die
genaue Architektur angeben, ich habe also noch ein
-march=k6 angefügt, weil das Modul auf einem AMD K6
laufen soll. Das ist aber nicht unbedingt nötig.
- Nach diesen Vorbereitungen schiebt man die Compilierung der Treiber
im
fritz-Verzeichnis mittels make clean; make an.
Wenn alles gut geht, findet man anschließend in src.drv eine
Datei namens fcdslsl.o.
- Auf dem Rechner, wo die Karte eingebaut ist, sollten nun noch folgende
Debian-Pakete installiert werden:
isdnactivecards und
pppdcapiplugin. Möglicherweise braucht man das letztere Paket
nicht unbedingt, weil das Plugin noch keine Unterstützung für diese
AVM-Karte hat, ich habe es installiert, weil es auch das Userpass-Plugin
enthält.
- Da man aber ein entsprechendes Plugin mit der
avmadsl-Unterstützung
braucht, muss es selbst compiliert werden. Dazu habe ich apt für
den unstable-Zweig konfiguriert und anschließend ein apt-get source pppdcapiplugin ausgeführt. Dieser Befehl entpackt die Quellen der isdnutils.
Damit das ganze ohne Probleme compiliert, musste
ich noch in der debian/control in der Zeile Build-Depends
die Version von debhelper auf >=4.02 setzen.
Dann baute ein debuild die ganzen Pakete, die ich allerdings
nicht installiert habe, da sie mir zu viele neue Abhängigkeiten besitzen.
- Da der Rechner, auf dem ich compiliere, nicht der gleiche ist, wo
die Karte eingebaut ist, habe ich jetzt folgende Dateien auf den Zielrechner
kopiert (das Zielverzeichnis steht in Klammern):
fritz/drdsl (/root/drdsl)
fritz/drdsl.ini (/root/drdsl)
fritz/fdssbase.bin (/usr/share/isdn)
fritz/src.drv/fcdslsl.o (/lib/modules/2.4.26/misc)
Da mir noch nicht ganz klar ist, ob man das drdsl permanent benötigt,
habe ich es einfach in ein seperates Verzeichnis verbannt.
Außerdem muss ja noch das capiplugin aktualisiert werden. Dazu habe ich einfach
die capiplugin.so aus den Verzeichnissen
isdnutils-3.3/pppdcapiplugin/pppd-2.* an die entsprechenden
Stellen auf dem Zielrechner unter /usr/lib/pppd kopiert.
- In der
/etc/isdn/capi.conf habe ich zunächst alles auskommentiert
und anschließend folgende Zeile ergänzt:
fcdslsl fdssbase.bin - - - - -
- Nun lässt man
drdsl die Parameter der Gegenstelle herausfinden,
die gefundenen Werte habe ich in der /etc/modutils/fcdslsl hinterlegt:
options fcdslsl VPI=1 VCI=32 VCC=1
- Man sollte nun noch ein
update-modules durchführen, damit
die Änderungen übernommen werden, und ein depmod -a aktualisiert
die Depencies, damit der laufende Kernel beim Laden von Modulen nicht ständig
rummeckert.
- Ein
/etc/init.d/isdnactivecards start sollte nun die Kartentreiber
laden
- In
/etc/rc2.d musste ich noch die Start-Reihenfolge von
isdnactivecards und ppp ändern, weil der pppd ja
eine initialisierte Karte benötigt. Mittels
cd /etc/rc2.d/; rm S20isdnactivecards; ln -s ../init.d/isdnactivecards S13isdnactivecards habe ich dies zumindest für Runlevel 2 korrigiert.
- Da ich möchte, dass die DSL-Verbindung bei jeden Booten automatisch
hergestellt wird, habe ich die vorhandene
/etc/ppp/peers/dsl-provider
nach /etc/ppp/peers/provider kopiert. Diese habe ich dann auf
ungefähr das folgende geändert:
noipdefault
defaultroute
hide-passwort
lcp-echo-interval 300
lcp-echo-failure 3
connect /bin/true
noauth
persist
mtu 1492
sync
plugin userpass.so
user "..."
password "..."
plugin capiplugin.so
avmadsl
protocol adslpppue
noproxyarp
usepeerdns
dev/null
maxfail 0
- Ein anschließendes
/etc/init.d/ppp start sollte die
Verbindung hochfahren.
Es ist gut möglich, dass dieses Mini-Howto unvollständig ist, die
Einrichtung der Karte ist nun mittlerweise schon ein paar Wochen her.
Wer noch weitergehende Infos braucht, sollte sich auch mal die folgenden
Seiten anschauen, die mir bei der Geschichte sehr geholfen haben.
Vielen Dank an dieser Stelle an die jeweiligen Autoren.
|